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1945
in Hamburg geboren, verbrachte ich dort trotz der
Nachkriegszeit eine harmonische und glückliche Kindheit.
Mein Vater war Fernmeldetechniker bei der Post, und meine
Mutter kümmerte sich um mich und meine fünf Jahre ältere
Schwester.

Alkohol war bei uns zu Hause kein ständiger Gast. Es
gab ihn zu feierlichen Anlässen oder an gemütlichen Abenden
mit Freunden meiner Eltern.
Darüber hinaus sangen meine Eltern gemeinsam in einem Chor;
mein Vater war auch Mitglied in einem Schützenverein. Bei
diesen Aktivitäten wurde
hin und wieder auch Alkohol getrunken. Ging es meinem Vater
am nächsten Tag dann einmal nicht so gut ,schimpfte meine
Mutter mit ihm und sagte: „Das letzte Bier gestern war wohl
schlecht gewesen.
Aufgeweckt und neugierig, wie
ich als Kind schon war, stellte ich bei solchen
Gelegenheiten fest, dass alle Menschen auf einmal ganz
ausgelassen und sogar richtig albern wurden, so wie ich sie
sonst gar nicht kannte.
„Muss ja ein tolles Getränk sein, das die Erwachsenen da zu
sich nehmen.
"Wenn ich groß bin, will ich das auch probieren!“, dachte
ich damals, denn meine Eltern hatten mir erklärt, dass
Alkohol nichts für Kinder ist.
Wie schon erwähnt, war ich ein sehr neugieriges Kind und
habe natürlich doch schon vorher heimlich am Glas
ge nippt,
aber wirklich geschmeckt hatte es mir noch nicht.
So wuchs ich in einem
Elternhaus auf, in dem Alkohol keinen besonderen
„Stellenwert“ einnahm. Im Rahmen eines normalen
„Genuss-Trinkens“ gehörte er bei bestimmten Anlässen dazu,
aber mehr Bedeutung hatte er in meiner Familie nicht. Für
die Entstehung meiner Abhängigkeit tragen meine Eltern auf
jeden Fall keine Schuld. Sie haben mir einen „normalen“
Umgang mit dem Alkohol vorgelebt und mich auch über mögliche
Gefahren aufgeklärt.
Ich habe später geheiratet und
zwei Kinder bekommen. Diese wurden älter, und meine Tochter
begann zu spüren, dass ich vielleicht alkoholabhängig war,
oder dass zumindest irgendetwas mit mir nicht stimmte.
Denn wir kamen fast
überhaupt nicht mehr miteinander klar. Unser Sohn war noch
zu klein, um etwas zu bemerken - auf jeden Fall hoffte ich
das damals. Ich „funktionierte“ ja nach außen hin noch aber
wie?
Mein Mann stand meiner Krankheit machtlos gegenüber, hielt
aber trotzdem immer zu mir. So wurde ich zwar nicht allein
gelassen, doch die Entscheidung für eine Veränderung in
meinem Leben konnte nur ich ganz alleine treffen. |